Die Stadtwerke Witten haben mit uns ein Krisenkommunikationshandbuch für den Krisenfall erstellt. Mittlerweile haben wir es zum zweiten Mal seit 2019 aktualisiert. Ziel war es, Zuständigkeiten verbindlich zu definieren, schnelle Reaktionsfähigkeit sicherzustellen und auch unter hohem Zeitdruck eine konsistente Kommunikation gegenüber Medien, Öffentlichkeit und internen Stakeholdern zu ermöglichen.
Bereits bei der ersten Erstellung stand im Mittelpunkt, kommunikative Anforderungen systematisch in bestehende Krisenstrukturen des Stadtwerks zu integrieren. In einem gemeinsamen Workshop mit Kommunikationsabteilung, Technik sowie Geschäftsführung haben wir Meldewege, Freigabeprozesse und Eskalationsstufen entwickelt und praxisnah aufbereitet.
Das Handbuch umfasst klare Abläufe für unterschiedliche Krisen- und Ereignisszenarien. Dazu gehören Standardtexte, mediengerechte Vorlagen sowie Kontakt- und Eskalationslisten, die im Ereignisfall eine schnelle Orientierung ermöglichen und die Zusammenarbeit zwischen technischen und kommunikativen Verantwortlichen unterstützen.
In der zweiten Überarbeitung wurden neue Krisenlagen, insbesondere Cyberangriffe, in das Handbuch aufgenommen und bestehende Prozesse geschärft. Zudem haben wir gemeinsam mit den Stadtwerken Witten eine zusätzliche mittlere Ereigniskategorie eingeführt, weil sich die bisherige Einteilung in „kleine“ und „große“ Ereignisse in der Praxis als zu grob erwiesen hatte. Die neue Struktur berücksichtigt nun differenzierter das jeweilige Reputationsrisiko und ermöglicht eine angemessene Kommunikationssteuerung auch bei mittelschweren Vorfällen. Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit war die strategische Beratung zur Risikomatrix und zu den Verantwortlichkeiten. Wir haben die internen Abstimmungen intensiv begleitet und Kommunikationszuständigkeiten so herausgearbeitet, dass klar geregelt ist, wer in welchem Szenario kommuniziert und Entscheidungen trifft.
Das Ergebnis ist ein praxisorientiertes Handbuch, das technische und kommunikative Prozesse eng verzahnt und die Stadtwerke Witten im Krisenfall handlungsfähig hält. Gleichzeitig unterstützt die strukturierte Dokumentation regulatorische Anforderungen und konnte unter anderem auch bereits im Rahmen eines Konzessionsantrags genutzt werden.